Du betrachtest gerade Innenstadt autofrei, Salinenstraße mit Einfach-Lösung beruhigen

Innenstadt autofrei, Salinenstraße mit Einfach-Lösung beruhigen

  • Beitrags-Kommentare:10 Kommentare

Autofreie Innenstadt als Stufenplan unter Einbeziehung aller Beteiligten und dann noch eine Lösung für Salinenstraßenentlastung und Ost-West-Trasse, die auch noch wenig kostet: Progressives Bad Kreuznach (PBK) wartet in der wieder aufgeflammten Innenstadt-Verkehrsdiskussion mit einem Paket auf, dass es in sich hat.

Bad Kreuznach. Die Innenstadt autofrei machen: Das klingt heutzutage für viele genauso fremd wie die Haupteinkaufsstraßen in Fußgängerzonen verwandeln vor 50 Jahren. Doch die autofreie Innenstadt wird kommen, ist sich Progressives Bad Kreuznach sicher. PBK will frühzeitig alle Bürger:innen mit einbeziehen und Planungssicherheit schaffen. Daher präsentiert die Vereinigung einen Drei-Stufen-Plan – inklusive kostengünstiger Ost-West-Trassen-Lösung.

„Die autofreie Innenstadt ist kein Träumerprojekt, sondern eine Notwendigkeit“, sagt PBK-Stadtratsmitglied Stefan Butz. Durch den Klimawandel würden sich die Innenstädte weiter aufheizen. Begrünung helfe dagegen, aber auch Verkehrsreduzierung, trügen doch insbesondere Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zur Aufhitzung bei. Auch Feinstaubbelastung sei ein für eine Kur- und Touristenstadt wie Bad Kreuznach ein nicht zu vernachlässigender Faktor. Doch wie soll das funktionieren in einer Stadt, die ihren rekommunalisierten ÖPNV gerade wieder aufbaut und auf viele Einpendler:innen aus den Dörfern der Region angewiesen ist?

Stufe eins soll bereits 2023 eingerichtet werden: Alle Innenstadtstraßen werden – so weit möglich – zu Spielstraßen. Dort ist dann Parken und Befahren mit Autos nur noch für Anlieger erlaubt. Ausnahmen: Die Zufahrten zu Parkhäusern und Tiefgaragen bleiben für alle möglich – als Tempo-30-Bereiche. Die B48 und die L412 bleiben normal befahrbare Straßen, Tempo 30 wird dort aber angestrebt.

Stufe zwei startet 2027: Bis dahin müsse die Stadt Anwohner:innen die aufs Auto nicht verzichten können, sozialverträgliche, alternative Parkangebote, zum Beispiel in den städtischen Parkhäusern, machen. Denn dann soll das Parken am Straßenrand in den Spielstraßen der Innenstadt wegfallen – Behindertenfahrzeuge ausgenommen. Auch die innerstädtischen Parkplätze fallen dann weg (Holzmarkt/Van-Recum-Straße, St. Nikolaus, Kirschsteinanlage, Bourger Platz, Kilianstraße, Neuruppiner Platz, Wassersümpfchen, Fürstenhofplatz). Parkhäuser und Tiefgaragen-Zufahrten bleiben, werden aber so weit möglich zu Spielstraßen. Bis dahin müsse der ÖPNV deutlich besser ausgebaut sein, führt Butz aus. Busse und Fahrräder sollen nämlich weiter überall fahren können.

In Stufe drei, die ab 2030 greifen soll, werden schließlich alle Innenstadtstraßen mit Ausnahme der B48 und der L412 komplett autofrei sein (Liefer- und Behindertenfahrzeuge ausgenommen). Für Parkhäuser und Tiefgaragen bietet die städtische Wirtschaftsförderung bereits lange Jahre vorher Ideen und Workshops zu möglichen Umnutzungen an. Die schnelle und sichere Zufahrt zum Krankenhaus St. Marienwörth für alle bleibt gewährleistet.

PBK definiert die Innenstadt als Bereich zwischen Charles-deGaulle-/Konrad-Adenauer-Straße im Osten, die Bahntrasse von Bahnhof bis Viadukt im Süden, Kauzenberg, Schlosspark und Dessauer Straße im Westen sowie Hochstraße, Brückes und Naheufer im Norden.

„Über diesen mehrstufigen Prozess, der offen und transparent kommuniziert werden muss, können alle Akteure eingebunden werden“, sagt Butz. Wichtig seien eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung, um die Innenstadt in ihrer Attraktivität zu stärken und für den Klimawandel zu wappnen. „Befahren werden kann die Innenstadt dann immer noch: mit dem Fahrrad, dem E-Bike, mit Fahrrad-Rikschas, Lastenrädern und selbstverständlich Omnibussen“, führt Butz weiter aus. Auch auf genügend Anfahrt- und Parkplatz-Ausnahmen für Tourist:innenbusse sei zu achten.

Die Lösung für die Entlastung der Salinenstraße wurde von dem Bad Kreuznacher Architekten und Planer Fabrice Henninger (Büro HDG) entwickelt und von PBK aufgegriffen: Die Grundidee ist, dass die Salinenstraße (B48) ab dem Viadukt gesplittet wird. Der Verkehr stadteinwärts läuft in der für PBK idealen Variante von Bad Münster aus kommend durchs Viadukt, die Ringstraße, ein kleines Stück Rheingrafenstraße und den einspurig auszubauenden Kohlenweg bis zur Ochsenbrücke und trifft schließlich vor der Kreuzkirche wieder auf die bisherige Trasse. In die Gegenrichtung läuft der Verkehr ganz normal wie bisher von der Wilhelmstraße in die Salinenstraße, wird am Salinenplatz so weit abgebremst wie möglich und stößt am Viadukt wieder auf die alte Trassenführung.

Da das Viadukt in Höhe und breite nicht für Busse oder große Lkw befahrbar ist, wird der Bahnübergang Rheingrafenstraße beibehalten, aber ertüchtigt. Die Belastung des kurzen Stücks Ringstraße und Rheingrafenstraße hält sich in Grenzen, da sie nur einen Teil des gesplitteten Teilverkehrs aufnehmen müssen und am Kohlenweg kann durch die dank Einspurigkeit deutlich geringere Fahrbahnbreite insbesondere zur neuen Grundschule hin ausreichend Abstand gehalten werden.

„Mit diesem Konzept schaffen wir eine Verkehrszukunft für Bad Kreuznach, die nachhaltig ist, den durch den Klimawandel entstehenden Problemen aktiv entgegen tritt, die Bedürfnisse der Einpendler:innen trotzdem nicht vergisst und die Anwohner:innen aktiv einbindet“, ist sich Butz sicher.

Beitrag teilen:

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare

  1. Petra Reichel

    PROGRESSIVES BAD KREUZNACH, ich habe bisher mit Euch sypmathisiert. Damit ist es jetzt vorbei. Wo lebt Ihr denn? Wollt Ihr keine Geschäfte mehr in der Innenstadt? Nur noch die Märkte außen und Online-Shopping? Die Stadt zu machen? Ihr habt sie doch nicht mehr alle. Durch das kleine Viadukt den Verkehr durchführen. Ihr seid doch wirklich mit dem Klammerbeutel gepudert.

    1. PBK

      Hallo Frau Reichel. Haben Sie schon einmal etwas von einer sogenannten Fußgängerzone gehört? Die war bei ihrer Einführung auch hochumstritten, man sagte munteres Geschäftesterben voraus. Es hat sich gezeigt, dass das Gegenteil der Fall war. Weniger Autoverkehr tut Geschäften gut. Das gilt auch in diesem Falle. Im übrigen bitten wir, von Beleidigungen abzusehen.

    2. Axel

      zugegeben … es gibt hier Punkte die sind durchaus diskussionswürdig auch im Bezug auf die 2.vorgeschlagene Phase.. Die Autofreiheit eines größeren Bereiches wird nicht der Untergang des stationären Einzelhandels sein so wie er in Fußgängerzonen vorhanden ist. (Kaufen Sie ihren Kühlschrank oder andere sperrige Handelsware in der Innenstadt?) Es entstehen wohlmöglich sogar eher Synergien die vorteilhaft sind für eine Kurstadt.

  2. Gerd Cremer

    Hallo PBK, ich muss Frau Reichel recht geben. Wir sind nicht in einer Großstadt. War heute auch im SWR 3, dass das zubauen von Frischluftschneisen die Temperatur in der Innenstadt erhöht. Und unsere Blondine hat ja alles mögliche veranlasst, dass die letzten freien Flächen in der Stadt auch noch zugebaut wurden, ihr Lieblingswort ist „Verdichten“. Das bringt unweigerlich weiteren PKW Verkehr in die Stadt.
    Außerdem ist sie nicht beleidigend gewesen, sondern nur progressiv🤣

    1. PBK

      Niemand will Frischluftschneisen zubauen. Verdichtung ist eine andere Debatte, die auch geführt werden muss. Mehr Verdichtung führt nicht automatisch zu mehr Autos. Bitte lesen sie den Beitrag. Und: Bitte sparen sie sich ihren Sexismus. Wenn sie nicht ein Mindestmaß an Kinderstube an den Tag legen (sie haben ja bereits gestern im Stadtrat gezeigt,dass es da bei ihnen nicht weit her ist), werden sie hier nicht mehr kommentieren.

    2. Axel

      Herr Cremer… echt jetzt? Thema verfehlt !! Aber sowas von !!

  3. Axel

    Eine auf jeden Fall nicht uninteressant… Wichtig wäre hier ganz sicher die Einbeziehung der dort wohnenden Anlieger. Allerdings empfinde ich ein soweit eingeschränktes Anliegerparken wie in der 2. Stufe vorgeschlagen schlicht und einfach als unrealistisch und daher nicht mehrheitsfähig. Das stelle ich mal so in den Raum, sogar als überzeugter Fußgänger und Nutzer des ÖPNV. Aber die Lösung kann bekanntlich im Kompromiss liegen …

  4. Frau Bozkurt

    Als ich den Beitrag in der Zeitung gelesen habe, dachte ich das wäre ein schlechter Witz.
    Was soll das denn? Ich wohne zwar in KH und gehe zu Fuß bzw. fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit aber ich bin kein Egoist und sage deshalb bestimmt nicht, ach wie toll ist das denn.
    Im übrigen würde ich niemals die neuen Fahrradwege nehmen, sind mir viel zu unsicher.

    Schonmal an die Pendler gedacht? Wer hat Lust sich irgendwo drumherum einen Parkplatz zu suchen und dann zu Fuß weiterzukommen oder dann den Bus zu nehmen.
    Wir sind eine kleine Stadt mehr nicht.

    Verkehrsberuhigung der genannten Straßen und die anderen Straßen bekommen dann mehr Lärm ab wegen den Umleitungen oder wie?
    Größter Schwachsinn. Ich hoffe wirklich sehr, dass so eine bescheuerte Idee abgewendet werden kann.

  5. Uwe

    Ja sicher die Fußgängerzone war gut das sie eingeführt wurde.
    Es ist gut
    – das es kaum Parkplätze gibt.
    – wenn immer weniger Leute vom Land in die Stadt kommen.
    – die Geschäfte endlich weiter ins Umland auf die grüne Wiese ausweichen.
    – auch die Umliegenden Ortschaften an den Gewerbesteuereinnahmen teilhaben.
    – Das Innenstadtsterben weiter vorangetrieben wird  (ach du schöne neue Zeit)
    Ich hätte da einen Vorschlag: Geschäfte die Scheiben raus und als Fahrradparkplätze ausweisen.

    Wer findet das denn nicht gut das die Landbevölkerung Probleme beim Arztbesuch in der Stadt, Krankenhausanfahrt, abends mal was essen gehen oder ins Kino weiter ausgeschlossen wird.
    Es ist jetzt schon so das der Aufwand um meinen 83 Jährigen Vater mal schnell zum Arzt zu fahren den zeitrahmen sprengt.
    Was man früher mal schnell in 10 Minuten machen konnte dauert heute schon durch die Ampelführung 30 Minuten (schwarzer Humor : an / entlastet dann auch schnell mal die Rentenkasse/schwarzer Humor : aus )
    Oder wir belasten die Kassen noch mehr und besorgen für jede Kleinigkeit auf Krankenkassen Kosten einen Transportschein. Kost mich keinen Sprit, werd vor die Tür gefahren, muss keinen Parkplatz suchen.
    Einkaufen ? in KH ? wenn ich nicht zufällig schon in der Richtung unterwegs bin, uninteressant. Internet hab ich im Haus, muss evtl. mal nen Tag auf ne Lieferung warten aber dafür kommt es an die Haustür.
    Wege auf die Autobahn, Ausweichrouten um die Stadt nehmen.
    Endlich wird es wieder attraktiv auf dem Land ein Geschäft zu betreiben weil es bleibt der Landbevölkerung kaum eine Alternative. Wer in der Stadt Schicht arbeitet wird sich überlegen müssen ob er den zusätzlichen Aufwand noch leisten kann.
    Krankenschwester, Altenpfleger ….. u.a. müssen auch zur Arbeit wenn KEINE Busse fahren,
    na denn man tau wer da seine Leute in der „Stadt“ untergebracht hat.
    Firmen kommt aufs Land. Da braucht es weniger Zeit für die Wege und Platz für Parkplätze gibt es da auch.
    Und evtl. bekommen wir auch wieder einen Doc aufs Land weil wenn Patienten nicht dorthin kommen, kommt der Doc vielleicht wieder zum Patienten

    Ja liebe Stadt Bad Kreuznach man sieht das Ihr Geld habt :
    – alle paar Meter 30 Km und Lärmschutzschilder
    – statt im 4. Gang mit 50 cruisen muss ich jetzt im 2. mit 30 fahren
    – und klar an jeder Ampel halten, weil Grüne Welle praktisch nicht existiert

    Wenn das weniger Abgas bringt gerne, wenn das weniger Lärm macht wenn ich mit 1500 Touren 30 statt 50 fahre gerne. Die Lärmreduzierung wird nur mit weniger Autos geschafft.

    Schon mal überlegt wie sowas mit weniger Geld geht?
    Die Stadt wird wohl noch mehr an „Kundschaft“ verlieren.
    Vor 40 Jahren als die Fußgängerzone kam da gab es wenig Alternativen. Der Weg in die Stadt war nicht versperrt. Busse gab es glaube ich ein paar wenige mehr.
    Was jetzt gemacht wird: Bannmeile rund um die Stadt gezogen.
    JAA DA IST EIN WINZIGER UNTERSCHIED ZU NUR EINER Straße als Fußgängerzone.
    Daumen hoch weiter so Äpfel mit Glühbirnen vergleichen.

    E-Bike? klar ich hab auch eins aber ich wird es garantiert nicht nehmen um 50 Kg Einkauf nach Hause zu schleppen. Und tgl. 10 km Berg auf / Berg ab mit dem Bike nur zum Einkaufen?? Ich bin keine 20 mehr und hab auch besseres mit meiner Zeit zu tun das alleine mit der Fahrzeit zu vertrödeln.
    Und manch Einer kann sich kein E-Bike leisten weil sowas zahlt kein Amt.
    Alle die auf Staatliche Hilfen angewiesen sind werden fast gezwungen sich dort anzusiedeln wo sie das Meiste „fußläufig“ erreichen oder sie haben so viel Zeit das sie auch für ein 2 Minuten Gespräch beim Amt den Bus nehmen können. Die Kinder werden dann von der Nachbarin mit nach Hause genommen weil man leider den einzigen Bus aus der Stadt verpasst hat. (ja sowas geht durchaus noch auf dem Land)
    Stellt doch mal als erstes alle Busse auf E-Betrieb um damit der Auspuff der Busse aus der Stadt kommt.

    Ja klar ist ja jedem sein eigenes Problem wie er das regelt. (aber genau deshalb wird es zu einem gesellschaftlichen Problem weil wir sind die Gesellschafft)
    Es macht wieder so manches aufwändiger aber wir haben heute ja mehr Zeit. Wir arbeiten nur noch 35 Stunden in der Woche Vollzeit und den Rest können wir uns dann mit der Organisation der Verwaltung des Mangels Zeit beschäftigen.

    Wir als Produzenten der Lebensmittel machen das jetzt andersrum.
    Die Stadt wird nicht mehr beliefert weil der Aufwand dafür zu hoch ist.
    Dann macht euch mal auf den Weg und holt euch eure Lebensmittel auf dem Land (öhm das gab es doch schon mal ??)

    1. Christin

      Öhmm ? Sehr geehrter Herr Butz und Mitstreiter. Wie wäre es mal mit Realität in Bezug auf hier, jetzt und in Zukunft in unserer Stadt und damit verbunden auch im Landkreis ? Ich schließe mich in den meisten Punkten meinem Vorschreiber und auch gerne Frau Reichel (etwas softer) an.
      Das was Sie hier vertreten, sind Utopien in diverse Zielrichtungen, auch was Verkehr und Innenstadt anbelangt.
      Kommunen und Umland sind ein gewachsenes Konstrukt, auch in Zusammenspiel mit sozialen und leider mittlerweile für Jedermann
      auch den Komunen selbst hohen Kostenproblemen. Da helfen nur nach und nach dem Gemeinwohl verträgliche und von den Bürgern auch so
      benötigte Lösungen mit deren Umsetzungen. Dazu gibt es bereits bessere Vorschläge, welche Sie komischerweise in einem merwürdigen Ationismus zu übereilen versuchen. Und das obwohl Sie nicht die Mehrheit der Bürger in Stadt und Land repräsentieren ?

Schreibe einen Kommentar